"Die gesellschaftliche Funktion des Schamanen war es, als Dolmetscher und Vermittler zwischen den Menschen und den Mächten hinter den Schleiern der Natur zu wirken"
Mythologie der Urvölker

Schamanische Arbeit

Schamane - Schamanismus

Der Schamanismus leitet sich von dem Wort Schamane (saman) ab und stammt ursprünglich von den tungusischen Völkern Zentralasiens. Es bedeutet soviel wie "Jemand der weiss, der im Dunkel sieht, der mit Hitze und Feuer arbeitet". Somit war der Schamane in einer Gemeinschaft Berater (durch seine Kommunikation mit anderen Wesen, Geistern und Ahnen), Sehender (durch seine Fähigkeit in andere Welten zu Reisen und dadurch andere Blickwinkel einzunehmen) und Veränderer (Helfer bei Transformationsprozesse und Heilungsprozesse).

Oft wird der Schamanismus nur mit den indigenen Völkern in Verbindung gebracht. Aber genauso wie Schamanen bei den Indianern, gab es in Europa vor der Christianisierung Druiden, Heiler und Weisse Frauen, die mit dem Geist der Natur und der Erde in Verbindung standen und somit Heilarbeit für Mensch und Tier leisteten.

Höhlenzeichnungen von Menschen mit Masken und Vogelköpfen deuten auf frühgeschichtliche Wurzeln hin und es lassen sich manche Spuren schamanischer Tradition und Methode bis zu 100 000 Jahre zurückverfolgen. Somit ist der Schamanismus neben der Kräutermedizin eine der ältesten Heilmethoden der Menschheit.

 

 

Schamanische Arbeit

Schamanische Arbeit entstand aus der Beobachtung, das alle Gebrechen immer eine Disharmonie zwischen Mensch, Natur und Kosmos waren. Durch das Wissen um die Heilkräfte der Natur und den Elementen, sowie den Kontakt mit anderen Wesen und deren Hilfe, konnte wieder ein Gleichgewicht hergestellt werden, das zur Heilung des Einzelnen und zum Wohl von allem dienlich war.

 

Unsere heutige, westliche Kultur geht davon aus, dass jenseits der materiellen Welt nichts anderes mehr existiert und nur die körperliche Form und das Raum-Zeitverständnis unsere Realität bilden: denn "nur was man sehen und berühren kann ist real!".

 

Aus Sicht des schamanischen Weltbildes existieren Parallelwelten, auch als "unsichbare Welt", "geistige Welt" oder "Anderstwelt" benannt, mit der ein Schamane in wechselseitigem Austausch steht. Willentlich, durch verschiedene Techniken in eine Art Trance gebracht, begibt Er/Sie sich auf Reisen in diese Welt, um seelische Informationen zu erhalten, Seelenanteile zurückzubringen und Kontakte mit Ahnen herzustellen. Die Heilwerdung der Seele, steht dabei immer im Vordergrund. Diese Arbeit wirkt in den tiefsten Schichten des Menschseins, auf der seelischen Ebene. Aber die Wirkung wird auch immer körperlich und geistig spürbar sein.

 

Der Schamanismus - trägt eine uralte Lebensweisheit und Heiltradition in sich und umfasst verschiedene Praktiken und Rituale in Verbindung mit dem Geist der Natur.  Jegliche Existenz (ob Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine etc.) ist belebt und allen gebührt Respekt. Denn alles hat seinen Platz, ob physische oder nichtphysische Welten, die Gesetze der Erde und des Kosmos, alles ist miteinander verbunden und es gibt keine Hierarchien und abgrenzende Wertungen.

Der Große Geist
"Alle Tiere haben die Mächte in sich, denn der Große Geist wohnt in allen, auch in der Ameise, in einem Schmetterling, auch in einem Baum, in der Blume und in einem Felsen.
Die moderne Zivilisation des weißen Mannes hält diese Mächte von uns fern und verwässert sie.
Um sich der Natur zu nähern, ihre Kraft zu spüren, sie helfen zu lassen, braucht Zeit und Geduld.
Zeit um nachzudenken und alles herauszufinden.
Ihr habt so wenig Zeit, um in euch zu gehen - ihr seid immer in Hetze, Hetze, Hetze.
Dieses Hetzen und Hinterherlaufen verkürzt das Leben."
Petaga Yuha Mani
Sioux